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Ablauf des Strafverfahrens

Wesentlicher Bestandteil des gerichtlichen Strafverfahrens ist die Gerichtsverhandlung. Sie soll die endgültige Schuld- und Straffrage klären. Der Termin für die Hauptverhandlung wird vom Gericht festgesetzt.

An einer Gerichtsverhandlung vor einem Strafgericht nehmen grundsätzlich alle am Verfahren Beteiligten teil:

  • Angeklagter
  • Gericht
  • Staatsanwalt
  • (eventuell) Verteidiger
  • (eventuell) Nebenkläger
  • (eventuell) Psychosoziale Prozessbegleitung
  • (falls erforderlich) Dolmetscher
  • Protokollführer
  • geladene Zeugen und Sachverständige

Zur Eröffnung der Hauptverhandlung sindinderRegel alle Beteiligten anwesend. Nachdem die Anwesenheit aller Beteiligten festgestellt wurde, müssen die Zeugen den Saal verlassen, sofern sie nicht als Nebenkläger auftreten.

Die Hauptverhandlung beginnt mit der Befragung zur Person des AngeklagtendurchdasGericht. Die Staatsanwaltschaft verliest die Anklage. Anschließend folgt die Beweisaufnahme, beispielsweise die Vernehmung von Zeugen.

Die Hauptverhandlung endet mit der Verkündung des Urteils. Im Rahmen des Urteils kann das Gericht auch über vermögensrechtliche Ansprüche entscheiden (Adhäsionsverfahren).

Kann dem Angeklagten nach Abschluss der Hauptverhandlung die Tat nicht nachgewiesen werden oder ist der Täter nachweislich unschuldig, ergeht ein freisprechendes Urteil.

Wird dem Angeklagten die Tat nachgewiesen, kann das Gericht folgende Sanktionen verhängen:

  • Verwarnung mit Strafvorbehalt
  • Geldstrafe
  • Freiheitsstrafe mit Bewährung
  • Freiheitsstrafe ohne Bewährung

Handelt es sich bei dem Angeklagten um einen Jugendlichen (14-17 Jahre) oder einen Heranwachsenden (18-20 Jahre) kann das Gericht folgende Sanktionen verhängen:

  • Erziehungsmaßregeln (z.B. die Weisung, an einem sozialen Trainingskurs teilzunehmen)
  • Zuchtmittel (z.B. die Auflage der Schadenswiedergutmachung oderJugendarrest)
  • Jugendstrafe

In der Regel werden Sie als Opfer einer Straftat an der Verhandlung als Zeuge beteiligt sein.

ObIhnen hierfürein Zeugenanwalt beigeordnet wird,entscheidetdasGericht. Einzelheiten erfahren Sie in der Leistung "Zeugenanwalt - Beiordnung erhalten".

Unter Umständen kann Ihnen auch ein psychosozialer Prozessbegleiter oder eine -begleiterin beigeordnet werden. Außerdem haben Sie die Möglichkeit, dass ein Beistand (z.B. ein Familienangehöriger) bei Ihrer Aussage anwesend ist. Auch Ihr Anwalt darf bei der Verhandlung anwesend sein.

Bei bestimmten Delikten können Sie sich der Klage auch als Nebenkläger anschließen.

Wenn Sie zum Termin geladen werden, müssen Sie in jedem Fall persönlich erscheinen. Ausbleiben dürfen Sie nur, wenn ein dringender Grund vorliegt (z.B. eine schwere Erkrankung). Diesen Grund müssen Sie dem Gericht frühestmöglich mitteilen. Das Gericht entscheidet dann, ob Sie fernbleiben dürfen oder nicht.

SiekönnenbeiderStaatsanwaltschaftoderbeiGerichtbeantragen,dasssie IhnenFolgendes mitteilen:

  • ZeitundOrtderHauptverhandlung
  • diegegendenAngeklagtenerhobenenBeschuldigungen
  • derAusgangdesVerfahrens

WennSiediedeutscheSprachenichtsprechen,könnenIhnenZeitundOrtderVerhandlungaufAntragineinerfürSie verständlichenSprachemitgeteiltwerden.

Wenn SiedaraneinberechtigtesInteressehaben,könnenSiebeantragen,dassIhnenmitgeteiltwird,obsichderBeschuldigteoderVerurteilteinHaftbefindetoderobihm erstmalsVollzugslockerungenoderUrlaubgewährtwerden.IhnenistaufAntragauchmitzuteilen,wenndemVerurteiltenerneutVollzugslockerungenoderUrlaubgewährtwerden,wennSiedafüreinberechtigtesInteressedarlegenoderdiesersichtlichistundkeinüberwiegendesschutzwürdigesInteressedesVerurteiltenamAusschlussderMitteilungvorliegt.EbensowirdIhnenaufIhrenAntraghindurchdieStaatsanwaltschaftmitgeteilt,obsichderBeschuldigtebzw.derVerurteilteeinerfreiheitsentziehenden MaßnahmedurchFluchtentzogenhatundobundwelcheMaßnahmenzuIhremSchutzdeswegengetroffenwurden.

Hinweis: DieinvielenGerichtsbezirkenverfügbarenZeugenbegleitungsstellenwieBewährungshilfeStuttgarte.V.,aberauchOrganisationen wie der Weiße Ring e.V. bieten "Zeugenbetreuungsprogramme" an. Das bedeutet, dass Sie von hierzu speziell geschulten Personen beispielsweise zu Gerichtsterminen begleitet werden und Beratungen in Anspruch nehmen können. Sind Sie Opfer bestimmter schwerer Straftaten geworden, können Sie die Beiordnung eines psychosozialen Prozessbegleiters beantragen.

Verfahren:

Freigabevermerk:

Dieser Text entstand in enger Zusammenarbeit mit den fachlich zuständigen Stellen. Das Justizministerium hat ihn am 04.05.2018 freigegeben.

Weitere Informationen

Serviceportal

Die Informationen werden vom Serviceportal "service-bw" vollständig übernommen und eingelesen. Mit service-BW bietet das Land Baden-Württemberg Unternehmen und Bürgern detaillierte Informationen zu den Dienstleistungen der öffentlichen Hand in allen Lebenslagen. Diese werden laufend aktualisiert und erweitert.

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73114 Schlat

Fon: 07161 987397-0
Fax: 07161 987397-77

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